Der Einfluss eines anonymen Fehlermeldesystems auf das Sicherheitsklima an Krankenhausabteilungen

Publikation: Buch/BerichtIn Auftrag gegebener Bericht

Abstract

Spätestens seit der Veröffentlichung des Institute of Medicine mit dem Titel "To Err ist Human" im Jahr 1999 sind medizinische Fehlleistungen mit oft fatalen Folgen für die PatientInnen ein Thema in der Öffentlichkeit und auch der Wissenschaft. Im Zuge der Betrachtung der Medizin als Hochrisikosektor rückt das Konzept der Sicherheitskultur in den Fokus. Unter Sicherheitskultur wird ein Aspekt der Organisationskultur verstanden, der auf die Gesamtheit der geteilten Werte, Normen, Einstellungen und Wahrnehmungen in Bezug auf Sicherheit abzielt. Bisherige Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Sicherheitskultur und dem Auftreten von unerwünschten Ereignissen hin. Ob Sicherheitskultur durch gezielte Intervention wandelbar ist wurde hingegen bis dato noch nicht untersucht. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Veränderung der Sicherheitskultur, bzw. deren messbaren Aspekt des Sicherheitsklimas, an Krankenhausabteilungen durch die Einführung eines anonymen Fehlermeldesystems (CIRS), das ursprünglich erfolgreich im Flugsicherheitsbereich angewandt und für den klinischen Bereich adaptiert wurde. Im Rahmen einer Längsschnittstudie wurden in einem quasiexperimentellen quantitativen Forschungsdesign Daten mit dem "Wiener Sicherheitskultur Fragebogen" an sechs Versuchsabteilungen und drei Kontrollgruppen vor und ein Jahr nach der Einführung von CIRS erhoben. Die durch ein linear-gemischtes Modell erzielten Analyseergebnisse zeigen, dass sich nur bei zwei von insgesamt neun Dimensionen das Sicherheitsklima aufgrund von CIRS signifikant verbessert hat.
OriginalspracheDeutsch
VerlagNomos-Verlagsgesellschaft
PublikationsstatusVeröffentlicht - 1 Nov. 2011
Extern publiziertJa

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